Hilfsmittelversorgung auf Rezept - Was sind meine Rechte als Patient?

Menschen haben ein Recht auf körperliche Unversehrtheit, das ist sogar im Grundgesetz verankert. Somit ist es die Pflicht des Staates, dafür zu sorgen, dass die Gesundheit der Bevölkerung erhalten und eine mögliche Benachteiligung aufgrund von Behinderungen entsprechend ausgeglichen wird. Gleichzeitig muss einer drohenden Behinderung vorgebeugt werden. Manchmal lohnt es sich deshalb, für seine Rechte zu kämpfen. In diesem Beitrag möchten wir Sie für Ihre Rechte in der Hilfsmittelversorgung sensibilisieren. Wie verhält sich die Krankenkasse? Was gibt es für Fristen? Was tun wenn eine Ablehnung ins Haus flattert?

Ihr Weg zu einer angemessenen Versorgung

Als Grundlage für eine angemessene Versorgung durch die Krankenkasse dient das Kassenrezept. Deshalb führt der erste Weg Sie zum Arzt, der natürlich am besten Bescheid weiß, welche Indikation vorliegt und welche Therapiemöglichkeiten es gibt. In diesem Zuge kann er ein benötigtes Hilfsmittel verschreiben. Das können Bandagen sein, eine passende Inkontinenzversorgung oder auch ein Standardrollstuhl.

Gern stehen wir als Sanitätshaus Ihnen unterstützend zur Seite und beraten Sie über die optimale Versorgung. Allerdings können wir Ihnen den Gang zum Arzt nicht abnehmen, denn eine Verordnung benötigen wir auf jeden Fall.

Bei vielen unserer Produkte ist eine HMV-Nummer vermerkt (unterhalb des Produkttextes), die einen Hinweis darauf gibt, ob das Hilfsmittel verordnungsfähig ist oder nicht.

Die Krankenkasse und der Kostenvoranschlag

Ihr Weg zum benötigten Hilfsmittel ist damit leider noch nicht vorbei und unter Umständen kann dieser sogar recht steinig werden. Hilfsmittelversorgungen sind in aller Regel genehmigungspflichtige Leistungen, für die ein Kostenvoranschlag bei der Krankenkasse eingereicht werden muss.

Dort wird dann nochmals geprüft, ob das Hilfsmittel als Therapie überhaupt in Frage kommt oder zum Ausgleich Ihrer Behinderung medizinisch notwendig ist. Für die Krankenkasse stehen vor allen Dingen die Kosten im Vordergrund, darum wird der Sachbearbeiter sich parallel nach gleichwertigen, aber preisgünstigeren Alternativen umsehen.

Lassen Sie sich davon nicht aus der Ruhe bringen - Sie haben einen Anspruch auf eine qualitativ angemessene sowie zeitgemäße Versorgung, die dem neuesten medizinischen Stand entspricht. Bestehen Sie auf einer hohen Versorgungsqualität, denn Wirtschaftlichkeit muss nicht bedeuten, dass ein Hilfsmittel "billig" ist.

So prüft die Krankenkasse

Wie bereits erwähnt, kann sich der Sachbearbeiter mit Ihrem Kostenvoranschlag an den Medizinischen Dienst der Krankenkasse (MDK) wenden. Dieser beschäftigt Ärzte, die mit ihrem Sachverstand die Notwendigkeit des beantragten Hilfsmittels prüfen und ggf. eine kostengünstigere Versorgungsalternative ins Spiel bringen.

Auch hier brauchen Sie sich nicht auf Ferndiagnosen verlassen. Sie haben das Recht, persönlich durch den MDK-Arzt untersucht zu werden! Und ohne Ihr schriftliches Einverständnis darf auch keine Weiterleitung Ihrer Daten an sonstige Dritte geschehen.

Genehmigung oder Ablehnung des Kostenvoranschlages

Nun beginnt die heiße Phase. Sollte die Krankenkasse dem Kostenvoranschlag zustimmen, erhalten wir als Sanitätshaus den Bewilligungsbescheid. Auf dessen Grundlage können wir die dringend benötigte Versorgung endlich vornehmen.

Allerdings kann es auch sein, dass die Krankenkasse keine Notwendigkeit für das auf Rezept ausgestellte Hilfsmittel sieht, dann geht ein Ablehnungsbescheid raus. Gegen diesen können Sie innerhalb eines Monats Widerspruch einlegen.

Gesetzliche Fristen für die Krankenkasse zur Prüfung Ihres Leistungsantrages

Die gute Nachricht ist, dass die Krankenkasse Ihren Antrag nicht auf unbegrenzte Zeit hinausschieben kann. In der Regel besteht ja eine gewisse Dringlichkeit für die Versorgung, deshalb sieht das im Jahr 2013 in Kraft getretene Patientenrechtgesetz vor, dass eine Krankenkasse binnen drei Wochen über einen Kostenvoranschlag entscheiden muss.

Ist eine medizinische Prüfung durch den MDK notwendig, dann verlängert sich diese Frist auf fünf Wochen. Voraussetzung für diese Verlängerung ist, dass Sie als Patient innerhalb der ersten drei Wochen eine Nachricht erhalten, dass eine weitere Begutachtung von Nöten ist.

Hält sich die Krankenkasse nicht an diese Fristen und kann sie vor Ablauf der Fristen keinen hinreichenden Entschuldigungsgrund nennen, dann gilt der Leistungsantrag automatisch als genehmigt.

Durchsetzung Ihrer Rechte - Widerspruch und Klage

Zur Durchsetzung Ihres Anspruches, haben Sie folgende zwei Möglichkeiten:

  • Sie bestehen auf die beantragte Versorgung durch den von Ihnen gewählten Leistungserbringer auf Kosten der Krankenkasse
  • Sie beschaffen Sich die Versorgung erst einmal auf eigene Kosten und lassen sich den Kaufbetrag anschließend von Ihrer Krankenkasse erstatten

Sollte sich die Kasse erneut querstellen oder innerhalb der o.g. Fristen eine Ablehnung rausschicken, dann können Sie dagegen Widerspruch einlegen. Dieser ist sehr wichtig, denn er ist Voraussetzung für einen etwaigen Gang vor Gericht.

Eine Klage vor dem Sozialgericht ist auf jeden Fall kostenlos. Wenn die Kasse z.B. auch Ihren Widerspruch abgelehnt hat, bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als sich mit einer Klage zu wehren. Anschließend prüft ein Richter, ob ein Anspruch vorliegt.

Wir hoffen, dass wir Ihnen mit unserem Ratgeber zu Ihren Patientenrechten eine gute Hilfestellung an die Hand geben und freuen uns, wenn Sie sich für das Sanitätshaus Rehaland als Versorger Ihrer Wahl entscheiden!

Foto: hamiltonpaviana/Pixabay.com

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